DER ERSTE MARATHON - ODER: WARUM TU ICH MIR DAS AN ?
Alles fing etwa 1999 an. Ich brauchte einen Ausgleich zum Stress des Alltags. Ich fühlte mich unzufrieden und mit meinem Körpergefühl stand es auch nicht zum Besten. So habe ich mit Training im Fitnesscenter begonnen und fühlte mich recht gut dabei. Dann habe ich zum Ausklang einer Trainingseinheit das erste Mal auf einem Laufband trainiert. Das gefiel mir recht gut, war aber mit 15 Minuten Dauer eher bescheiden. Mit jedem Training wurden die Einheiten auf dem Band länger und irgendwann habe ich erkannt, dass das Laufen schöner war, als der Rest des Trainings und es trieb mich auf die Straße. So begann eine Steigerung der Anzahl und der Länge der Einheiten.
Mitte 2005 hat es mich zum Lauftreff des TuS Meindorf verschlagen und dem Einfluss dieser irren Truppe kann ich mich nicht entziehen und werde es jetzt angehen. Der Start beim Marathon am 2.4.2006 in Bonn ist das Ziel.
Den nachfolgenden, chronlogischen Bericht solltet Ihr von unten beginnend lesen!
Oktober 2006
Kaum zu glauben, aber endlich habe ich Hoffnung, daß es wieder besser wird. Seit meines Marathon-Versuches habe ich Probleme und Schmerzen am Knie. Einige Ärzte haben sich an mir versucht. Der letzte hat dann (Udo's Tip sei Dank!) das eigentliche Problem gefunden. ILBS (Aussenbandverkürzung) sorgt für einen schiefen Lauf der Kniescheibe und zu chronischer Reizung des Knorpels. Die Ursache fand dann aber erst der Krankengymnast. Eine Fehlstellung der Hüfte bedingt durch eine Schonhaltung in Folge meiner Bandscheibenvorfälle sorgte für die Knieprobleme. Also immer auf den ganzen Körper blicken! Aber welcher Mediziener kann und tut das schon?
Vieleicht habe ich ja doch noch eine Chance auf einen Marathon. Aber vorerst habe ich mich für den Bonner Halbmarathon in 2007 gemeldet. Ich will erst schauen, ob das Knie hält.
Samstag 1.4.2006
Ich habe heute einen kurzen Testlauf gestartet um mein Knie zu testen. Das Ergebniss war niederschmetternd! Es schmerzt und an einen Start ist nicht zu denken. Ich bin sehr enttäuscht, die ganze Vorbereitung war auf diesen Tag ausgerichtet und ich kann nur zusehen. Ich werden nächste Woche zum Arzt gehen. Nach dem Ergebniss werde ich dann entscheiden, wann mein nächster Marthon ansteht. Schön wäre der Köln-Marathon. Ganz klar - Ich bleibe dran!
Am Sonntag werde ich an der Strecke stehen und alle Läuferkollegen unterstützen (Es wird mir das Herz brechen, wenn ich die rennen sehe)
13. Kalenderwoche
Über diese Woche berichte ich schon am Mittwoch. Dienstag hatte ich eine kleine Einheit von neun Kilometern vor mir. Mein Eindruck der letzten Woche bestätigt sich leider. Das Knie macht schwer Probleme beim Laufen. Fünf Kilometer im Renntempo taten schon weh. Also habe ich mir bis zum Marathon eine Trainingspause verordnet. Es fällt eh nicht viel aus und hoffentlich reicht die Ruhe, am Sonntag gut durchzukommen.
Bevor es los geht möchte ich hier noch ein paar Denkansätze zum Thema Marathon auf den Schirm bringen!
Liebe Freud- und Leidensgenossen. Ich habe seit Januar 730 Kilometer Training in den Beinen. Vor uns liegen 42,195 Kilometer Renndistanz. Bei einer Schrittlänge von einem Meter sind das immerhin 42.195 Schritte. Wenn man immer zwei Schritte ein- und zwei Schritte ausatmet, dabei pro Atemzug (bei einem Lungenvolumen von 6,5 Liter) etwa 5 Liter einatmet, hat man stolze 52.743,75 Liter Atemluft bewegt (Das solltet Ihr mal mit der Anzahl der Läufer multiplizieren, das schreit nach einer ASU für Läufer).
Und dann das Gewicht. Bei mir sind das 83 Kg, das bedeutet, daß bei jedem Schritt mein Gewicht nach vorne und in die Höhe gestossen wird. Ich bewege also 3.502.185 Kg und muss die ja auch wieder mit den Beinen bei der Landung abfedern. Das da die Gelenke schmerzen werden überrascht wenig.
Na denn, wir sehen uns am Sonntag! Ich wünsche allen Läufern das Erreichen ihrer persönlichen Ziele und viel Spaß auf der Straße!
12. Kalenderwoche
In dieser Woche war es sehr ruhig. Wenig Training aber jede Menge Aufregung. Ich komme mir vor wie in den besten Jungendtagen. Ich bin saumäßig aufgeregt. So kenne ich mich gar nicht. Gesundheitlich geht's so. Die Beine machen etwas Probleme. Die Schienbeine sind verkramft, das Knie zwickt. Hoffentlich geht alles gut!
11. Kalenderwoche
So das war's. In dieser Woche hat alles geklappt. Am Sonntag der letzte lange Lauf bei strahlendem Sonnenschein. Ich bin am Rhein von den Fussgängern zwar fast überrannt worden, habe es aber extrem genossen. Endlich die ersten Vorboten des Frühlings. Bei zweistelligen Temparaturen fällt alles leichter. Ab jetzt werden die Umfänge des Trainings stark reduziert. Ich muss nur noch alle Krankheiten fernhalten und das Gewicht behalten, dann wird einem Start nichts mehr im Wege stehen. Ich fühle mich gut, die Anmeldung ist erfolgt, was will die Läuferseele mehr?
10. Kalenderwoche
Alles fing so gut an. Ich hatte bis Mittwoch schon richtig Kilometer gemacht. Am Freitag bin ich dann nachmittags wieder in die Siegaue gezogen und hatte mich auf schöne 20 Kilomter eingestellt, aber irgenwie ging gar nichts. Der Puls war zu hoch, die Beine schwer wie Blei und feine Krämpfe in den Schienbeinen. Eine kräfige Erkältung hat mich erwischt und eine erzwungene Ruhepause bis vorerst am Montag zwingt mich zur Pause. Also Ruhe bewahren und hoffen, daß es am Dienstag wieder geht.
9. Kalenderwoche
Jetzt wird es hart. Für diese Woche hat mit mein Trainer schon 75 km in den Trainingsplan geschrieben. Und schau, schau... ich habe das geschafft. Alles hat geklappt wie geschmiert und es gibt wenig zu berichten. Diese Woche habe ich die verschiedenen Möglichkeiten des Essens beim Laufen ausgetestet. Da Messer und Gabel eher unpraktisch sind, nutze ich die verschiedenen Tüten und Beutel mit Gels. Das funktioniert und ich habe schon meine Favoriten gefunden. Ich suche noch die mit der Geschmacksrichtung Nudeln mit Blattspinat und Käse, aber die gibt's bestimmt nicht. Am Samstag haben wir schön bei Heinz seinen Geburtstag gefeiert. Da war Fachsimpeln unter Läufern angesagt. Schön war's und viel gelacht wurde da. Nächste Woche soll ich 95 km laufen, ob das hinhaut werde ich sehen. Ich bin extrem gespannt und freue mich schon darauf. Solche Strecken waren früher für mich undenkbar, erscheinen aber jetzt machbar!8. Kalenderwoche
Der erste Lauf nach dem Halbmarathon war nicht wirklich schön. Der Lauf steckte mit doch in den Knochen. Trotzdem habe ich mich wacker durch die Woche gekämpft. Sogar der Karneval hat mich nicht von einem geregelten Training abgehalten. Ob das auch für Rosenmontag gilt muss ich erst abwarten. Der lange Lauf am Sonntag mit Nikolai war prima, wir haben unser Tempo gefunden und ich bin das erste Mal sehr angenehm über die 30 Km gelaufen. Lediglich eine ausgelaufene Trinkflasche sorgte dafür, daß die Hose hinten klatschnass war. Zum Glück habe ich das nur bei Rückenwind gemerkt.
7. Kalenderwoche
Eine gute Woche ohne Besonderheiten. Ich hatte ja bereits mit dem Gedanken geliebäugelt am Sonntag den Porzer Halbmarathon mitzulaufen. Die Gelenke schienen nichts dagegen einzuwenden und so bin ich am Sonntag mit Rheinhold und Ingo dort angetanzt. Am Samstag war das Wetter durchwachsen, aber am Sonntag - Königswetter !!! So sind wir auf den 5 Km Rundkurs gegangen und wen wundert's, dass Ingo mit einer Bombenzeit von 1:33 seine eigene Zeitvorstellung pulverisierte. Rheinhold hat mit 1:46 seine Ziel errreicht und ich schaffte statt angepeilter 2:00 sogar 1:53 ! Na das war ja prima, auch wenn ich die letzten 1000 Meter nicht mehr wirklich mitbekam. Ich hatte einen Puls bis hinten gegen. Immerhin taten mit auf diesem Lauf Stellen weh, die ich bisher nie bemerkte aber die Knie schwiegen völlig. Auf jeden Fall scheint sich das Training als effizient zu erweisen und ich sehe das Ziel Marathon immer mehr in Sichtweite.
6. Kalenderwoche
Was für eine Woche! Nach meinen Vorbehalten in der letzten Woche lief es wieder Erwarten wie geschmiert. Das Knie hat gehalten und alles lief perfekt. Am Freitag gab es eine Einheit mit vier mal 800 Metern Sprint.... und siehe da, ich konnte das !!! Wer hätte das gedacht? Ich jedenfalls bisher nicht. Das Training scheint zu fruchten.
Am Sonntag dann der lange Lauf über 30 Km. Am Anfang blieben wir zusammen, leider musste Uschi dann wegen Fussgelenkproblemen abbrechen. Schade Uschi, wir wünschen Dir gute Erholung! Später sind wir dann in drei Gruppen zerfallen von denen die cleveren (Nikolai und ich) die zweite Hälfte ganz gemütlich liefen. Nur der Trainer (Herzlichen Glückwunsch zum Enkel übrigens!) und Ingo waren noch cleverer und haben abgekürzt.
Nächstes Wochenende plane ich dann in Porz den Halbmarathon als Testlauf, möge mein Knie mit mir sein
5. Kalenderwoche
So eine verkorkste Woche! Ich habe, was meine Gelenke angeht schon zu Anfang gewußt, dass es zu Problemen kommen kann. Und die habe ich jetzt. Nach meinem langen Lauf der 4. Woche wurde mein rechtes Knie dicker und tat weh. Ich habe ein Problem mit dem Miniskus. Daraus resultierte eine Kniereizung mit Wasseransammlung. Also erstmal pausieren. Ein Testlauf am Sonntag machte Mut. Im Moment scheint es zu halten. Wenn ich am Montag Probleme kriege gehe ich zum Doc, ansonsten trainiere ich weiter. Das Ziel ist noch in Sicht... Schaun wir mal!
4. Kalenderwoche
Direkt noch am Montag (wir kamen nachmittags aus Österreich zurück) habe ich einen Testlauf über 10 km versucht. Die Beine Steinhart und Muskelkater vom Skilanglauf. Ich fühlte mich uralt . Aber am Mittwoch zum Lauftreff war alles wieder gut - von Schneetreiben mal abgesehen. Ist schon toll im Schnee zu laufen, vor allem wenn man schön warm eingepackt ist - Yeti lässt grüßen! Am Freitag eine Einheit Fahrtenspiel. Danke Reinhold, wer das erfunden hat, der hat Spaß am Schmerz. Erschwerend war der Umstand einer teilweise geschlossene Eisdecke auf den Wegen der Siegaue.
Der lange Lauf am Sonntag war aber der Traum schlechthin. Zu sechst begrüßte uns zwar bittere Kälte, aber bei strahlendem Sonnenschein lief alles vorzüglich. Ein großes Lob an Uschi, erst drohte sie an abzukürzen, hat aber dann wacker durchgehalten - Wahnsinn!!
3. Kalenderwoche
Die war Lauftechnisch eher kurz. Ein Kurzurlaub übers Wochenende in Österreich lies nur drei Einheiten zu. Aber dafür gab es Schnee satt und Langlauf ist eigentlich gut für die Kondition. Ich Trottel musste mich natürlich wieder Todesmutig steile Berge hinunterstürzen und habe mich prompt auf das Gesicht geworfen. Resultat: Knie blau. Mal sehen, was in der nächsten Woche so geht.
2. Kalenderwoche
Die Angelegenheit geht ganz gut los. Ich fühle mich prima. Das Training fällt mir leicht und die Ernährungsumstellung zeigt erste Erfolge. Der Lauf am Wochenende mit einer kleinen Gruppe (Ingo, Heinz und Nikolai) ging in die Wahner Heide. Es war schön, aber SAUKALT - Sommer wo bist Du??
1. Kalenderwoche
Reinhold, mein Trainer hat mir schon im letzten Jahr einen Trainingsplan verpasst und jetzt geht es damit los. Die ersten Pfunde sind schon gepurzelt und ich fühle mich gut. Derzeit keine Gelenkprobleme oder sonstige Blessuren. Das Trainingspensum laut Plan sind 60 Km. Das Wetter war meist erträglich, aber am Mittwoch haben wir uns beim Lauftreff gefragt ob wir nicht doch bescheuert sind, denn bei einer Temperatur von 3 Grad (gefühlt -3 Grad) hat es geschüttet wie aus Kübeln. Wenigstens war Vollmond und wir konnten recht gut sehen. Wir sehen schon toll aus mit unseren Stirnlampen, wie hüpfende Glühwürmchen.
Silvester 2005 - Der Spaß beginnt im Kopf
Ich befand mich zum Jahreswechsel in der Trainingspause und mit war klar, das ganze Projekt macht nur Spaß wenn der Körper mitspielt. Also, runter mit dem Gewicht und alles weglassen oder minimieren, was die Leistungsfähigkeit einschränkt. Kein weißes Mehl, keinen Zucker und kein Alkohol. Wenig Fleisch und viel Obst und Gemüse. Das Leben ist schön ?!